Tag-Archiv für 'fdp'

Parteispenden an CSU und FTP

Das passt auch so herrlich in unsere Postdemokratie: dicke Parteispenden vom Arbeitgeberverband an CSU und FDP.

Das teure Schweigen der bayerischen Metallindustrie (Berliner Zeitung, 09.02.2010)

Meinungsumfragen und die FDP

Das Thema macht in den letzten Tagen ja gewaltig die Runde. Die FDP sinkt in den Meinungsumfragen, ja sie stürzt regelrecht ein. Dazu steht auf tagesschau.de:

Der FDP zeigen nach dem Rekordergebnis bei der Bundestagswahl in den Umfragen immer mehr Bürgerinnen und Bürger die kalte Schulter. Nach elf Prozent Anfang Januar stürzt die Partei nun regelrecht ab auf nur noch acht Prozent. Das ist für die FDP der schlechteste Wert im DeutschlandTrend seit zwei Jahren. Weniger als die Hälfte derer, die noch am 27. September ihr Kreuzchen bei der FDP gemacht haben, würden das zum gegenwärtigen Zeitpunkt erneut tun. Das ist das Ergebnis der Befragung von 1502 repräsentativ ausgewählten Wahlberechtigten von Montag bis Mittwoch dieser Woche.

Erhoben werden diese regelmäßigen im Auftrag der ARD durchgeführten Umfragen stets durch die Infratest dimap GmbH. Diese Umfrage bezog sich beispielsweise auf die telefonische Befragung von „1502 repräsentativ ausgewählten Wahlberechtigten“. Was sich ja erstmal nach viel anhört sind bei etwa 62 Mio. zur letzten Bundestagswahl Berechtigten in Deutschland genaugenommen 0,0024% oder anders ausgedrückt einer von 41300 Bürgern.

Nachdem so ein Ergebnis einmal bekanntgegeben und durch den charismatischen Jörg Schönenborn vorinterpretiert wurden, zieht das eine Welle von Zeitungsartikeln sowie Radio- und und Fernsehbeiträgen nach sich.

Wir haben uns schon so sehr an die vielen Meinungsumfragen gewöhnt, dass der seltsame Umstand, dass beinahe die gesamte öffentliche Debatte durch ein einzlenes Meinungsforschungsunternehmen beeinflusst wird, kaum noch Beachtung findet. Für Collin Crouch liegt die Ursache dieses Phänomen in der zunehmenden Entfremdung der politischen Führungseliten von der Basis. Fehlt einer Parteiführung erst einmal der Kontakt zu ihrer Basis, den Stammwählern und freiwilligen Aktivisten auf kommunaler Ebene, dann ist sie auf die Ergebnisse von Meinungsumfragen angewiesen, auf die sie ihre zukünftigen Entscheidungen gründet. Damit wird der demokratische bottom-up-Ansatz der Meinungsbildung einer Partei durch den postdemokratischen top-down-Ansatz ersetzt.

Die Meldungen der letzten Tage sind dafür ein treffender Beleg.

Sueddeutsche: Umfragetief der FDP – Westerwelle auf Entzug
FAZ: FDP-Strategie – Gleiche Richtung, höheres Tempo
Spiegel Online: Krisengipfel – Nervöse FDP will den freien Fall stoppen
Welt.de: Nach Krisensitzung – Knallharte FDP drückt ab jetzt aufs Tempo
Bild.de: Dramatischer Absturz der FDP – Was nun, Herr Westerwelle?
usw. usf.