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Wie Coca-Cola und Haribo EU-Agrarsubventionen abgreifen..

ZDF-WiSo vom 08.02.2010, zuerst gelesen bei Konsumpf – Forum für kreative Konsumkritik:

Dazu ein Zitat aus Postdemokratie:

Als Adam Smith und andere Theoretiker im 18. Jahrhundert die Lehre von der freien Marktwirtschaft entwickelten, ging es ihnen vor allem darum, die Welt der Politik und die des privaten Unternehmertums zu entflechten; man kämpfte insbesondere gegen die Gewährung von Monopolen und die Vergabe von Aufträgen an die Günstlinge des Hofes. Wie wir (…) sehen werden, bringen uns die Privatisierung, die Auslagerung öffentlicher Leistungen sowie die Aufhebung der Grenze zwischen dem öffentlichen Dienst und privaten Firmen in eine Situation, in der genau diese dubiosen Praktiken wieder an der Tagesordnung sind.
Möglich ist all das nur in einer Gesellschaft, in der das Gefühl für die Unterscheidung zwischen öffentlichen Interessen (die von staatlichen Behörden gewahrt werden, die darauf achten, eigene, autonome Befugnisse zu etablieren) und privaten Interessen (die sich nur um sich selbst kümmern) verlorengegangen ist. In vordemokratischen Zeiten hatten gesellschaftliche Eliten, die das ökonomische und soziale Leben dominierten, auch den politischen Einfluß und die Positionen im öffentlichen Leben monopolisiert. Als die Demokratie als politisches System etabliert wurde, waren sie zumindest gezwungen, im ökonomischen und politischen Bereich die Macht mit den Vertretern anderer Gruppen zu teilen. Heute jedoch bewegen wir uns aufgrund der steigenden Abhängigkeit der Regierungen vom Wissen der Spitzenmanaher und der führenden Unternehmer sowie der Abhängigkeit der Parteien von ihren Geldgebern kontinuierlich auf eine Situation zu, in der es eine neue – politisch und ökonomisch – dominierende Klasse gibt. in einer Zeit, in der die Ungleichheit in der Gesellschaft immer weiter zunimmt, werden sie nicht nur immer wohlhabender, sie kommen auch in den Genuß jener priviligierten Position in der Politik, die schon immer das Kennzeichen der wahrhaft herrschenden Klassen war. Diese Entwicklung stellt zu Beginn des 21. Jahrhunderts das gravierendste Problem für die Demokratie dar.